Name: Ali
Alter: 17 Jahre
Studiengang/Schule: Theodor-König-Gesamtschule
Stiftung: RuhrTalente

1. Wie bist Du auf die Möglichkeit eines Stipendiums aufmerksam geworden?

Vor zwei Jahren habe ich die Schule gewechselt. Ich wurde von meiner Abteilungsleiterin angesprochen und gefragt, ob ich das Talentscouting kenne und mal ein Termin ausmachen möchte. Nach einigen Gesprächen hat mein Talenscout Sarah Schröter mich auf das Schülerstipendium der RuhrTalente aufmerksam gemacht.

2. Welche einzelnen Schritte musstest Du unternehmen, bis Du ein Stipendium bekommen hast?

Ich habe den Flyer, den mir Sarah mitgegeben hatte, Zuhause angeschaut und bin auf die Webseite der RuhrTalente gegangen, um mich mehr übers Schülerstipendium zu informieren. Ich habe meinen Talentscout gefragt, ob sie mein Empfehlungsschreiben verfassen kann und in dieser Zeit habe ich den Bewerbungsbogen der RuhrTalente ausgefüllt, den ich auf der Webseite heruntergeladen hatte. In diesem Bewerbungsbogen musste ich Fragen zu meinem schulischen und außerschulischen Engagement, Hindernissen/ Schwierigkeiten, die ich während meiner schulischen Laufbahn habe oder nicht habe und zu den Zielen, die ich mit dem Schülerstipendium verfolge, beantworten. Nachdem ich mir meine Unterlagen mehrmals durchgelesen und Fehler korrigiert habe, habe ich meine Bewerbung per Post abgeschickt.

Nach einigen Wochen habe ich eine positive Rückmeldung bekommen und wurde zu einem persönlichen Gespräch ins NRW-Talentzentrum eigeladen, wo ich einer Jury aus drei Personen zuerst Fragen zu meiner Person, meinen Hobbys und zu schulischen Leistungen beantwortet habe. Warum ich Stipendiat werden möchte und wie die RuhrTalente mich bei meinen Zielen unterstützen können, wurde ich auch gefragt. Zwei Wochen später habe ich gemeinsam mit meiner Abteilungsleiterin den zweiten Brief geöffnet und mit Freude gelesen, dass ich nun ein „RuhrTalent“ bin.

3. Welche Voraussetzungen müssen für eine Bewerbung bei Deinem Förderwerk erfüllt werden?

Du kannst dich bei den RuhrTalenten bewerben, wenn:

  • du im Ruhrgebiet wohnst, bzw. im Ruhrgebiet zur Schule gehst;
  • du mindestens die 8. Klasse besuchst (die Schulform spielt keine Rolle);
  • du noch mindestens 1,5 Schuljahre zur Schule gehst;
  • du gerne lernst und dir Bildung wichtig ist;
  • du überzeugende schulische Leistungen vorweisen kannst;
  • deine Eltern nicht studiert haben;
  • dich deine Eltern nicht immer in Hinblick auf schulische Belange oder in Bezug auf deine Berufs- oder Studienorientierung unterstützen können;
  • du  dich aufgrund familiärer Verpflichtungen oder deiner Lernumgebung zu Hause nicht so intensiv um die Schule kümmern kannst, wie du es gerne würdest;
  • du dich ehrenamtlich innerhalb oder außerhalb der Schule engagierst oder es gerne tun würdest.

Es müssen nicht alle genannten Punkte gleichermaßen auf dich zutreffen. Schulnoten und außerschulisches Engagement bewerten die RuhrTalente individuell, je nach persönlicher Lebenssituation. Es wird auf die Belastung bzw. auf Hindernisse geschaut, die dich eventuell vom Lernen abhalten könnten. Beispielsweise musst du beim Haushalt mithelfen und auf deinen kleinen Bruder aufpassen und hast somit keinen ruhigen Lernort.

4. Vielen ist nicht klar, was gemeint ist, wenn von Förderwerken gesellschaftliches oder ehrenamtliches Engagement verlangt wird. Wie engagierst du dich?

Aktuell bin ich Jahrgangs- und Schülersprecher auf meiner Schule und engagiere mich in der SV. Gemeinsam mit Schülern und Lehrern planen wir regelmäßig Aktionen/Projekte, SV-Sitzungen, Nachmittagstreffen (u.a. mit unserem Bundestagsabgeordneten) und vieles mehr. Das Amt des Schülersprechers führe ich seit der 10. Klasse aus und war von der 5. Klasse an in der SV, weil ich jedes Jahr zum Klassen- bzw. Jahrgangssprecher gewählt worden bin. Durch die Angebote an der Gustav-Stresemann-Realschule habe ich auch die Ausbildung zum Streitschlichter und zum Sporthelfer absolviert. Nebenbei habe ich bei ChancenWerk ehrenamtlich Nachhilfe gegeben bzw. den Schülern bei Ihren Hausaufgaben geholfen.

Ihr seht also, man kann sich immer und fast überall engagieren. Im RuhrTalente-Programm gibt es auch viele Schüler, die sich nicht nur in der Schule engagieren, sondern beispielsweise bei der Tafel e.V. oder bei dem THW.

5. Was beinhaltet Dein Stipendium und wie hast Du im Detail davon profitiert?

Jeden Freitag bekomme ich eine „Freitagsmail“ und in der sind sehr interessante Veranstaltungen/ Seminare/ etc. enthalten. Je nachdem, was einen interessiert, kann man sich für die Veranstaltungen anmelden. Ich melde mich auch ab und zu mal für Veranstaltungen an, die mich nicht so wirklich interessieren, aber doch spannend klingen, um einfach mal etwas Neues auszuprobieren und durch all diese Veranstaltungen habe ich viel dazugelernt, neue Interessen kennengelernt und neue Freunde gefunden. 

Normalerweise treffen wir uns mit den Stipendiaten, doch aufgrund der aktuellen Situation (Corona) ist dies leider nicht möglich. Da wir uns aber trotzdem sehen möchten, machen wir regelmäßige Videoanrufe, telefonieren oder schreiben in der WhatsApp-Gruppe. Außerdem habe ich einen Laptop bekommen und mein SchokoTicket wird weiterhin von den RuhrTalenten finanziert. Im Sommer war eigentlich eine Sprachreise nach Liverpool geplant, jedoch weiß ich leider nicht, ob diese zustande kommt. Das tolle an dem Stipendium ist vor allem die Unterstützung des Ansprechpartners (jeder Stipendiat bekommt am Anfang einen Ansprechpartner, der/die dann bis zum Ende des Stipendiums für einen da ist). Wenn ich beispielsweise eine Sprachreise machen möchte, kann ich einen Termin vereinbaren, wo ich meine Ansprechpartnerin fragen kann, ob, wie und wann es möglich ist.

6. Was kannst Du anderen empfehlen, die sich für ein Stipendium bewerben möchten?

Wenn du gerade denkst: Ich weiß nicht, wie ich ein Motivationsschreiben verfassen soll oder ob ich angenommen werde, dann kann ich dir sagen, dass ich mir durch die Unterstützung meines Talentscouts keine Sorgen gemacht habe. Der Bewerbungsbogen ist ausführlich und Hilfestellungen sind auch gegeben. Beispielsweise beim Motivationsschreiben ist wichtig: lass dich nicht abschrecken, nur weil du zuvor keinen geschrieben hast. Im Grunde genommen werden nur Fragen gestellt, die du beim Schreiben beantwortest und noch etwas ergänzt und wie bereits erwähnt, mit der Hilfe deines Talentscouts bist du gut aufgestellt und bekommst die beste Unterstützung für deine Bewerbung, die Du haben kannst.  Letztendlich hast du auch nichts zu verlieren. Das einzige was passieren kann ist, eine Absage zu bekommen, aber auch dann kannst du es noch einmal versuchen. Deshalb denke bitte nicht, dass du es nicht schaffen kannst und gebe auch nicht sofort auf. Trau dich! Wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann sei offen und denke positiv. 😊

Du erfüllst alle Voraussetzungen? Dann warte nicht so lange und bewirb dich, denn jedes einzelne Jahr ist wertvoll! Ich wünsche dir viel Erfolg!

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