Talentgespräch mit Esra

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

Als es für die neunzehnjährige Esra hieß, sich für ihre berufliche Zukunft orientieren zu müssen, fehlte ihr zunächst der Überblick. Es gibt kaum Vorbilder und Erfahrungen innerhalb der Familie und auch Berufseignungstests waren ihr nicht individuell genug. „Das macht es sehr schwer, sich orientieren und informieren zu können“, erzählt sie von ihrer Zeit als Schülerin der Gesamtschule Globus am Dellplatz. Trotz dieser Schwierigkeiten hat sie jetzt ihre Traum-Ausbildung gefunden: Seit September 2018 lässt sie sich zur Personaldienstleistungskauffrau ausbilden und würde diesen Schritt jederzeit wieder machen.

Zu unserem Talentscout Kilian fand sie durch ihre Lehrerin, die das Programm NRW-Talentscouting in der Klasse vorstellte und damit bei Esra direkt einen Nerv traf. „Sie erzählte, dass sich der Scout mit deinen Stärken und Schwächen auseinandersetzt, intensive Gespräche mit dir führt und sich darauf fokussiert, was du machen willst. Genau das brauchte ich.“ Mit Kilian fand sie schließlich den Ansprechpartner, der ihr zuvor gefehlt hat: Er zeigte ihr Optionen für Studium und Ausbildung auf, konzentrierte sich auf ihre Möglichkeiten und Chancen. Das hatte ihr bei vorherigen Berufseignungstests gefehlt: „Dort wurde mir gesagt: ‚Werde Friseurin oder Bäuerin‘. Das wäre gar nichts für mich. Das ist bei Kilian ganz anders gewesen. Er sagt nicht ‚Mach das und das‘, sondern fragt dich, was du gerne machen würdest – und zeigt dir im Anschluss, wie man das gemeinsam erreichen kann.“ Zusammen machten sie sogar den Gang zur Universität Duisburg-Essen, um sich über NCs zu informieren – denn anfangs liebäugelte die Neunzehnjährige auch noch mit einem Lehramtstudium. Doch nicht nur der Numerus Clausus stand diesem Berufswunsch im Weg, sondern auch ihr Eindruck vom Uni-Leben: „Ich hab sofort gemerkt, dass das eigentlich gar nichts für mich ist. Ich will nicht jeden Tag im Hörsaal verbringen. Da habe ich beschlossen, mich umzuorientieren.“

Esra bewies Eigeninitiative und entdeckte in einem Buch mit aktuellen Ausbildungsberufen den Beruf der Personaldienstleistungskauffrau, welcher ihr Interesse weckte. Direkt im Anschluss an ihr Abitur 2018 schrieb sie Bewerbungen – und nach nur einem Monat hatte sie ihre Ausbildungsstelle in einer Zeitarbeitsfirma gefunden. Jetzt wechselt sie zwischen Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb und hat ihren neuen Alltag schon bestens verinnerlicht. Ab halb acht Uhr morgens sitzt sie nun im Büro, steht mit Kunden in Kontakt und sucht bei neuen Anfragen geeignetes Personal für die Kundenunternehmen heraus. Diese gibt sie weiter, schreibt Verträge und kümmert sich anschließend um die richtige Betreuung der Arbeitnehmer*innen: Brauchen sie Dienst- oder Sicherheitskleidung? Wann müssen sie wo vor Ort sein und wie kommen sie hin? Später, mit Erlangung ihrer Lizenz, darf Esra auch selbst Arbeitnehmer*innen zu Kundenunternehmen überlassen. „Es gibt immer Action, der Beruf ist sehr vielfältig“, erzählt sie begeistert und freut sich darauf, mit der Zeit immer mehr Verantwortung tragen zu dürfen. Außerdem genießt sie es, in ihrer Ausbildung jeden Tag unter Menschen zu kommen und mit ihnen in Kontakt zu sein – diese Arbeitsweise hat sie schon in der kurzen Zeitspanne viel selbstständiger gemacht.

Wir sind begeistert von Esras kommunikativen, offenen und fröhlichen Art, die ansteckt. Ebenso wie ihr Kampfgeist: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, gibt sie uns kurz vor Ende des Gesprächs noch mit auf den Weg und hofft, dadurch auch weitere Schüler*innen anspornen zu können. Wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Weg alles Gute und freuen uns, sie dabei begleiten zu dürfen.

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