Talentgespräch mit Samied

Mit kleinen Umwegen zum Erfolg

Samied studiert im zweiten Semester industrielles Dienstleistungsmanagement an der Hochschule RuhrWest in Mülheim. Der 24-Jährige  floh im Alter von 2 Jahren mit seinen Eltern aus Afghanistan, seine zwei Geschwister wurden in Deutschland geboren. Nach dem Hauptschulabschluss ging es für ihn über die Fachoberschulreife und das Fachabitur ins Studium. Beraten wurde er auf seinem Weg von Talentscout Jacek, den er über das Projekt Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund an der Universität Duisburg-Essen kennenlernte.

Fotograf: Henrik Schipper

Ursprünglich wollte Samied Lehramt studieren.  „Doch leider war das mit dem Fachabi nicht möglich“, berichtet der Student. Auf der Such nach Infos und anderen Möglichkeiten wandte er sich an Sapna, die Mitarbeiterin des Förderunterrichts an der Universität Duisburg-Essen. Im Förderunterricht hatte der BWL-Student während der Schulzeit Unterstützung in Mathe bekommen. Sapna stellte dann den Kontakt zu Talentscout Jacek her, der auch weitere Schüler aus dem Förderunterricht berät und begleitet. Gemeinsam mit einem Freund machte Samied einen Termin mit Jacek aus. „Erstmal haben wir einfach über unsere Interessen und Wünsche gesprochen, später ging es dann auch konkreter um Studiengänge“, erzählt Samied. Als ihm klar wurde, dass ein Lehramtsstudium für ihn nicht infrage kommt, bewarb er sich an der Hochschule RuhrWest für den Studiengang „Industrielles Dienstleistungsmanagement“. Mittlerweile studiert er im zweiten Bachelorsemester. „Ich habe immer noch Interesse am Lehrerberuf, vielleicht an einer Berufsschule. Aber ich kann mir auch vorstellen erst einmal in einem Unternehmen zu arbeiten.“

Sein Studium finanziert der 24-Jährige mit Bafög und einem Mini-Job. Er weiß, dass es knapp werden könnte, sobald er im nächsten Jahr kein Kindergeld mehr bekommt. Auch dazu berät er sich mit seinem Talentscout Jacek, ebenso wie die Möglichkeit in eine eigene Wohnung zu ziehen.

Die Idee ein Studium aufzunehmen hat er allerdings von seinen Großeltern, die beide in Afghanistan studiert haben. Seine Eltern und Großeltern gaben ihm mit, dass ein Studium eine gute Chance für seine Zukunft sein kann. Außerdem ist es ihm wichtig herausgefordert zu werden. Darum schreckte er auch nicht vor dem hohen Matheanteil im Wirtschaftsstudium zurück. „Mathe ist eher meine Schwäche. Meine Stärken sind Sprachen und dass ich keine Berührungsängste habe, sondern auf Menschen zugehe.“

Neue Herausforderungen wünscht er sich auch für seine Zukunft im Beruf. Dabei wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und freuen uns, ihn dabei begleiten zu können.

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