Vier Sozialarbeiter*innen erzählen aus ihrem Arbeitsleben

Beim ersten JobInsider drehte sich alles um das Thema Soziale Arbeit

Was kann ich mit dem Studium nach erfolgreichem Abschluss machen? Wie könnte mein Arbeitsalltag aussehen? Und wie breit ist das Aufgabenspektrum, in dem ich tätig sein kann? All das sind Fragen, die schon vor dem Studium eine große Rolle spielen und entscheidend für die berufliche Zukunft sind. Um Schüler*innen einen Eindruck zu vermitteln, welche beruflichen Perspektiven ihnen ein bestimmtes Studienfach eröffnet, haben die Programme  TalentKolleg Ruhr und NRW-Talentscouting der Universität Duisburg-Essen die Veranstaltungsreihe JobInsider ins Leben gerufen.

Am 27.02.2019 drehte sich zum Auftakt der Reihe alles um das Berufsfeld Soziale Arbeit. Vier Berufstätige berichteten im Gästehaus des Essener Campus über ihren Alltag, die Herausforderungen ihres Jobs und was man idealerweise mitbringen sollte, wenn man in diesem Bereich tätig sein möchte. Den Anfang machte Frank Langer, der seit vielen Jahren bei der Suchthilfedirekt gGmbH in Essen arbeitet. Er stellte den interessierten Schüler*innen das breit gefächerte Angebot der Suchthilfe vor, in dem man als Sozialarbeiter*in tätig werden kann: Therapie, Überlebenshilfe und Prävention. Das Spektrum reicht vom direkten Kontakt mit den Abhängigen und täglichen Hilfeleistungen bis zum Vortrag innerhalb einer Schulklasse, um frühzeitig über Suchtmittel aufzuklären. Anton Schmidt berichtete von seinen Erfahrungen als Streetworker bei dem Verein Zukunftsorientierte Förderung (ZOF e.V.) in Duisburg. Einen typischen Alltag gebe es dort nicht, denn jeder Tag richte sich nach den Bedürfnissen und Zielen der Jugendlichen, die er begleitet und unterstützt. Auch das Jugendamt der Stadt Essen war mit der Vortragenden Nadine Perner vertreten. Als Symbol für ihre Tätigkeit präsentierte sie eine leere Akte und erzählte davon, wie sich diese immer weiter füllt – denn beim Jugendamt sind die Mitarbeiter*innen dazu angehalten, alles genauestens zu dokumentieren. Die Frage „Wie geht es einem Kind am besten?“ steht dort jeden Tag im Fokus, sodass immer wieder schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden müssen: Kann eine Familie vor Ort unterstützt werden? Herrscht eine Gefahrenlage für die Kinder, können sie in ihrem aktuellen Umfeld bleiben oder ist eine andere Unterbringung nötig? Den Schluss bildete Daniela Michalzik. Sie gab Einblicke in ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin in einer Klinik für Forensische Psychiatrie. Dort ist sie für eine gesamte Station (á 11 Patienten) zuständig, auf der psychisch kranke Straftäter*innen untergebracht sind. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, die noch offenen Angelegenheiten der Patienten zu managen und– im Falle eines Freispruchs oder offenen Vollzugs – alles so gut vorzubereiten, dass ein reibungsloser Übergang möglich ist. Dabei steht sie stetig im engen Kontakt den zuständigen Ärtz*innen und Therapeut*innen, um bestmöglich helfen zu können.

Neben den Berichten der eingeladenen Gäste stellten die Schüler*innen viele Fragen: Wie nimmt man nach dem Arbeitstag zuhause Abstand vom Erlebten? Was sind wichtige Charaktereigenschaften für dieses Berufsfeld? Was sind die Vor- und Nachteile? Nach der offenen Talkrunde wurde anschließend bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit geboten, mit den Berufsvertreter*innen persönlich ins Gespräch zu kommen und noch offene Fragen zu klären. Die Schüler*innen waren alle von ihren Talentscouts auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden und haben zum Teil weite Anreisen aus Bochum, Dortmund oder auch Köln auf sich genommen.

Wir blicken gerne auf diese gelungene Auftakt-Veranstaltung zurück und freuen uns auf die kommenden JobInsider.